Hin und Her

von Ödön von Horvath

In einer Fassung von Antje Schupp

Premiere am 6. Februar 2010
Akademietheater der Bayerischen Theaterakademie August Everding

Inszenierung: Antje Schupp
Ausstattung: Beate Gölzner
Dramaturgie: Martin Petschan
Musik: Antje Schupp

mit Josephine Ehlert, Saskia Dreyer, Tina Haas, Natalia Rudziewicz, Sebastian Fritz, Daniel Pietzuch, Dimitrij Schaad, Jonas Schmid, Christian Streit.

Der Staat ist für seine Bürger zuständig. Staatsbürger ist man dort, wo man zuhause ist. Und zuhause ist man dort, wo man hingehört. Wenn man nicht dort lebt, wo man hingehört, hat man es schwer. Ist der eine Staat nicht mehr zuständig, wird man abgeschoben. Ist der andere Staat auch nicht zuständig, wird man zurückgeschoben. Ist der erste Staat immer noch nicht zuständig, wird man hin- und hergeschoben. Das strengt an, lässt sich aber nicht vermeiden. Im allgemeinen Staatengetriebe wird oft ein persönliches Schicksal zerrieben. Und Grenzen muss es schließlich geben. Sonst käme ja jeder überall hinein. Auch dorthin, wo niemand zuständig ist.

1934, zu einer Zeit, als im Zeichen des Nationalsozialismus die Grenzen strenger werden und die Frage nach Herkunft und Staatszugehörigkeit existenzielle Bedeutung erhält, schreibt Ödön von Horváth ein Lustspiel über Abschiebung, Heimatverlust und Bürokratie, über Grenzen auf der Landkarte und Grenzen in den Köpfen der Menschen. Im komödiantischen Gewand des Wiener Volkstheaters tauchen Fragen auf, die unsere von Migration geprägte Zeit genauso betreffen. Wer bestimmt, wohin man gehört? Ist man dort zuhause, wo man sich zuhause fühlt? Und kann sich jeder seine Heimat auf dem Weltmarkt selbst aussuchen?


Pressestimmen


„Vom Mitteleuropäer zum Afrobalkantürken“ in „Abendzeitung“ vom 8. Februar 2010 (Mathias Hejny)

„...In ihrer Diplominszenierung an der Bayerischen Theaterakademie schafft die junge Regisseurin mit fast artistischem Slapstick und screwballartiger Tempoverschärfung die nötige Beweglichkeit. ...
Nicht nur das flotte Hin- und-her ist sehenswert, sondern vor allem der brottrockene Witz, mit dem Dimitrij Schaad die Wandlung Havliceks spielt vom gepflegtem Mitteleuropäer zum modernen Klischee des afrobalkantürkischem Migranten.“

Fotos: Regine Heiland

Tina Haas, Christian Streit  

Fritz, Schaad, Haas  

Schmid, Rudziewicz, Streit, Pietzuch

Schaad, Rudziewicz, Streit  

Sebastian Fritz, Natalia Rudziewicz  

Tina Haas, Dimitrij Schaad  

Dimitrij Schaad, Natalia Rudziewicz